Neue Führungskräfte für den Katastrophenschutz

 Die Kursteilnehmer des UG-SanEL Kurses 2016 - Foto: MKT
Die Kursteilnehmer des UG-SanEL Kurses 2016 - Foto: MKT

 

13 Teilnehmer bestehen die Prüfung zur Unterstützung der Sanitätseinsatzleitung für die Stadt und den Landkreis München.

 

Es sind die Fälle, die sich kein Mensch wünscht. Wenn ein Zug entgleist, irgendwo ein gefährliches Gas ausgetreten oder ein größerer Brand ausgebrochen ist, dann kommen sie zum Einsatz: Die Männer und Frauen der Unterstützungsgruppe Sanitätseinsatzleitung – UGSanEL.

 

Rund um die Uhr stehen fünf ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Münchner Rettungsorganisationen bereit, um im Ernstfall die Arbeit von Rettungsdienst und Katastrophenschutz zu koordinieren. Sie unterstützen dabei den Organisatorischen Leiter und den Leitenden Notarzt, die bei schweren Unfällen für die Lenkung der Rettungskräfte am Einsatzort verantwortlich sind.

 

"Bei größeren Einsätzen kann es vorkommen, dass in wenigen Minuten 50 bis 100 Rettungswägen und Sanitätsfahrzeuge am Einsatzort eintreffen. Diese dann sinnvoll und zielgerichtet einzusetzen, ist eine große Herausforderung, das kann kein Mensch alleine stemmen. Dafür gibt es die UGSanEL, um einen geordneten Ablauf und Strukturen in die Notfallversorgung zu bringen." erklärt Kursleiter Bernhard Grau vom Münchner Krankentransport e. V. (MKT) den Sinn der UGSanEL.

 

Grau ist von der Landeshauptstadt München ernannter Organisatorischer Einsatzleiter und  bildet in dieser Funktion seit Jahrzehnten neue Führungskräfte aus. Er weiß, worauf es bei den Mitarbeitern ankommt. Neben viel Erfahrung im Rettungs- und Sanitätsdienst zählen eine schnelle Auffassungsgabe, umfassende Fachkenntnisse und flexibles Denken zu den wichtigsten Voraussetzungen.

 

Im Einsatz müssen die Mitarbeiter der UGSanEL auf sich ständig verändernde Gegebenheiten schnell und richtig reagieren, schließlich geht es darum Menschenleben zu retten. Die UGSanEL übernimmt beispielsweise die Funkkoordination vor Ort und dient damit als Schnittstelle zwischen Einsatzkräften und Rettungsleitstelle. Zudem müssen die Frauen und Männer ständig einen Überblick über die Zahl der Patienten und der eingesetzten Fahrzeuge bewahren. Das sind hohe Anforderungen, die von den Frauen und Männer ehrenamtlich neben ihrer beruflichen Tätigkeit erfüllt werden.

 

Ausbilder Stephan Höllmüller und Leiter der UGSanEL-Gruppe beim MKT: „Viele Aufgaben müssen gleichzeitig erledigt werden. Funken, telefonieren, Notizen aufschreiben, sich mit Kollegen absprechen, Anweisungen weitergeben - und das im vollen Bewusstsein, dass Fehler fatale Konsequenzen haben können. Das erfordert höchste Konzentration und Multitasking-Fähigkeiten. Wer zur UGSanEL will, muss das können. Darauf achten wir.“

 

13 Einsatzkräfte der Münchner Rettungsorganisationen, Münchener Krankentransport, Aicher Ambulanz, Arbeiter-Samariter-Bund, Johanniter, Malteser und IMS nahmen am Qualifizierungslehrgang teil. Über drei Wochen vertieften sie in Theorieblöcken ihre Fachkenntnisse im Bereich der Einsatz- und Führungslehre. Dazu gehörten insbesondere juristische Grundlagen, Einsatzkonzepte für Stadt und Landkreis sowie Führungsregeln. Die Dozenten kamen unter anderem von der Polizei, der Berufsfeuerwehr München, dem Landratsamt, der Deutschen Bahn und den Rettungsorganisationen und konnten somit hilfreiche Tipps aus der Praxis weitergeben.

 

Zudem wurden die theoretischen Grundlagen auch praktisch in Simulationstrainings eingeübt.

 

Am Ende bestanden alle Teilnehmer die schriftliche und praktische Prüfung. Damit ist es aber noch lange nicht getan, denn zum Alltag der UGSanEL-Mitarbeiter gehören regelmäßige Fort- und Weiterbildungen.

 

Grau resümierte am letzten Kurstag: „Für diese Arbeit braucht man hoch motivierte und qualifizierte Einsatzkräfte. Ich bin mit den Leistungen der Teilnehmer sehr zufrieden und freue mich, dass sie bald zur Sicherheit in Stadt und Landkreis beitragen werden.“ 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0